"Abkäfern" in Melle

Auf dem Herbsttreffen der Brezelfenstervereinigung in Wernigerode waren wir am Sonntag mit einigen Mitgliedern des Käfer-Club Osnabrück e.V. ins Gespräch gekommen. Dabei stellten wir fest, dass es eigentlich schade ist, dass die beiden Clubs noch nichts Gemeinsames unternommen haben. Wir tauschten also die Adressen aus um uns gegenseitig zu Veranstaltungen einladen zu können. Nun war es schon soweit, der Käfer- Club Osnabrück e.V. schickte eine Einladung zum "Abkäfern". Dieses sollte am 24. Oktober am Automuseum in Melle stattfinden.

Teilnehmer am Museum 7kb Format jpg Da nur etwa eine Woche Zeit war, habe ich nur einige Clubmitglieder, die eigentlich regelmäßig an Veranstaltungen des VW- Veteranenclubs Münster e.V. teilnehmen angerufen, ob sie an einer Teilnahme an der Veranstaltung in Melle interessiert wären. Wer nicht benachrichtigt worden ist, tut mir leid, aber ich habe nicht jeden anrufen können und falls ich jemanden nicht sofort erreicht habe, auch nicht noch einmal angerufen.

Treffpunkt war Sonntagmorgen um 9 Uhr am Gartencenter in Handorf. Teilgenommen haben dann: Rudolf Blomberg, Carsten Lenfers mit Freundin, Hanni und Martin Bramkamp mit Kindern und natürlich Hund Timmi sowie Gabi Ortjohann und meine Wenigkeit. Wie hatten " Moritz" mitgebracht, unseren neuen Käfer aus Gütersloh. Er gehört Gabis Onkel, da der aber in den letzten Jahren kaum noch damit gefahren ist (nur etwa 150 km), hat er uns " Moritz" großzügigerweise überlassen. "Moritz" heißt der Käfer übrigens seit 1962. Für Moritz war es die erste Ausfahrt mit dem VW- Veteranenclub.

6 Käfer im Grünen 8kb Format jpg Über Telgte, Glandorf, Bad Laer, Bad Rothenfelde ging es dem Teutoburger Wald entgegen. Die Strecke führte weiter über Dissen und Wellingholzhausen nach Melle, wo wir nach einer Stunde Fahrt eintrafen. Die Strecke ab Dissen ist übrigens landschaftlich sehr schön zu fahren. Das Automuseum ist schon am Ortsrand von Melle ausgeschildert, so dass es kein Problem war dorthin zu finden. Als wir in den Innenhof des Museums einbogen, hatten sich schon einige Volkswagen versammelt. Neben dem Käfer-Club Osnabrück e.V. waren auch die Käferfreunde aus Bad Oeynhausen gekommen.

Um halb elf ging es dann los. Mit zwanzig Autos rollten wir durch Melle, darunter auch ein VW-Porsche 914, ein VW Typ 181 und ein sehr schöner alter Bulli. Zunächst wurde eine Tankstelle angefahren, denn ohne Sprit läuft auch ein Käfer nicht. Dannach führte die Strecke nach Wellingholzhausen, über Borgloh, weiter nach Bad Iburg, dann in einem weiten Bogen nach Hagen am Teutoburger Wald. Nun ging es an Georgsmarienhütte vorbei nach Harderberg. Wir hatten in den letzten zwei Stunden einen Teil der ausgeschilderten Osning-Route befahren, die Strecke ist sehr schön zu fahren.

Käferschlange 6kb Format jpg In Harderberg war im Stammlokal des Käfer- Club Osnabrück e.V. das Mittagessen eingeplant. Die Tische waren für uns reserviert und auf der Tageskarte konnten wir zwischen Schnitzel, Sauerbraten und Schweinefilet, jeweils mit Suppe und Dessert wählen. Das Essen war gut und reichlich und darüberhinaus auch preiswert, eine Gaststätte, die eines Käfer-Clubs würdig ist. Leider verschlechterte sich das Wetter nun von Minute zu Minute und hatte am Morgen noch die Sonne geschienen, so fing es nun an zu regnen.

Nach der Mittagspause ging es, bei zum Glück nur leichtem Nieselregen über kleine Nebenstraßen zurück nach Melle. Die Strecke war wirklich schön ausgesucht und auch das angeschlagene Tempo war in Ordnung.

Im Museum 4*NSU 10kb Format jpg Für den Nachmittag war die Besichtigung des Automuseums in Melle mit Kaffeetrinken vorgesehen. Das Automuseum ist 1997 in die denkmalgeschützten Hallen einer alten Möbelfabrik eingezogen. Vorher war es an der Sommerrodelbahn in Ibbenbüren untergebracht. Auf drei Etagen mit knapp 3000 Quadratmetern stehen erstklassige Exponate verschiedener Epochen, von den Anfängen des Automobilbaus bis zu den besonderen Ausstellungsstücken jüngeren Datums. Die Ausstellung besteht aus Leihgaben, die in ständigen Wechsel ausgestellt werden, so dass auch ein Wiederholungsbesuch ein lohnendes Erlebnis wird.

Das Museum hat am Samstag von 10 Uhr ( im Winter 14 Uhr) bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 - 18 Uhr geöffnet und kann jedem Autofan nur empfohlen werden. Ist ein Ausflug mit Kindern geplant, so stehen in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums ein Märchenwald und ein Wildpark zur Verfügung. ( Informationen unter 05422 965 312)

Mercedes Cabrio 7kb Format jpg Im Museum hatten die Freunde vom Käfer-Club Osnabrück e.V. schon die Kaffeetafel aufgebaut. Dazu waren gleich drei Kaffeemaschinen in Betrieb und auf einem Tisch standen, wenn ich mich richtig erinnere, acht verschiedene Kuchen und Torten. Die schmeckten dann genauso gut, wie sie aussahen, und so konnten wir es natürlich nicht bei einem Stück belassen.

Anschließend galt es das Museum zu entdecken. Die Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall und hier war für mich auch so manches Exemplar zu finden, das ich zwar aus der Literatur kenne, aber noch nie zuvor im Original gesehen hatte, wie zum Beispiel ein Matra 530, oder ein Glas 3000 V8 allerdings mit BMW-Logo (Glas wurde von BMW übernommen, das Werk Dingolfing beherbergte früher die Glaswerke). Dazu kamen dann ein BMW 3200 CS, ein BMW 503, aber auch Alltagsautos gibt es hier zu sehen wie der NSU 1000C oder NSU Prinz. Als Youngtimer wären noch Ford Taunus und Audi 200 zu nennen. Natürlich gibt es auch Rolls-Royce, Bugatti oder verschiedene Mercedes zu sehen. Sicherlich schon von ihrer schieren Größe beeindruckend, die amerikanischen Coupes aus den fünfziger Jahren.

Nachdem Martin mit Familie sich schon etwas eher auf den Heimweg gemacht hatte, traten auch wir um 18 Uhr die Rückfahrt an,nachdem wir mit den neuen Osnabrücker-Freunden noch ausgiebig gefachsimpelt hatten. Die Fahrt verlief dann dank mittlerweile wieder trockenem Wetter problemlos. Und gegen 19 Uhr konnten wir Moritz, mittlerweile wieder getrocknet, in die Garage fahren. Ein schöner, ereignisreicher Tag ging zu Ende.

Dem Käfer-Club Osnabrück e.V. sei noch einmal gedankt für die gute Organisation und die kostenlose, reichhaltige Kaffeetafel. Im Jahre 2000 sieht man sich hoffentlich, zu der einen oder anderen Veranstaltung in Osnabrück oder in Münster wieder.

Michael Schröder


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15.04.2000