Mit dem Käfer zum Nordkap - 02.02.-21.02.2004

30 Jahre - und er tuckelt noch zum Nordkap

Münsteraner möbeln ihren alten VW-Käfer liebevoll für die große Tour auf

Das GT-Kennzeichen stammt noch aus Prasses Heimat Rheda-Wiedenbrück Münster. Gerade lief der letzte Käfer nach 70 Jahren in Mexiko vom Band. Aber für Jürgen Prasse rollt er immer weiter. Seit 30 Jahren hegt und pflegt der Münsteraner Physiker seinen gelben Käfer, von dem Loriot bekanntlich mal in einer Karikatur behauptet hat, er wäre die Fortführung der menschlichen Embryonal-Stellung als Maschine. Auch als bequemes Sitzmöbel eignet sich die runde Form des Käfers.

Und jetzt will Prasse noch mit seinem VW-Käfer zum Nordkap, über Finnland, im Februar. Verrückt? Am 3. Februar starten Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse mit dem gelben Dauerrenner in Münster. Von hier geht es nach Rostock, mit der Fähre nach Helsinki, weiter mit dem Autoreisezug nach Oulu. In Oulu trifft man sich mit finnischen Freunden, die die weitere Tour organisiert haben.

Von hier geht es auf eigener Achse durch Finnland, über Rovaniemi, Saariselkä, Inari nach Karigasniemi. Weiter geht es in Norwegen nach Skarsvag. Von Skarsvag geht es ans Nordkap. Danach wird über Alta zurück nach Finnland gefahren. Und so sah der Wagen während der jüngsten Generalüberholung aus.

Hier geht es über Enontekiö, Aavasaksa bis nach Oulu. Fahrstrecke von Oulu nach Oulu 1780 Kilometer. Danach wollen die Käfer-Fahrer zurück mit Autoreisezug und Fähre nach Rostock und auf eigener Achse nach Münster juckeln.

Der gelbe VW-Käfer, mit dem die Tour gefahren wird ist Baujahr 1973 und hat im Herbst 2003 vom TÜV sein H-Kennzeichen erhalten. H - das bedeutet: historisches Fahrzeug. Der Wagen wird von Mitgliedern des VW-Veteranenclub Münster auf seine lange Tour vorbereitet. Erst vor kurzem ist er komplett auseinander montiert und gründlich saniert worden. Und er läuft und läuft und läuft...

WN vom 05.01.2004


Im Käfer zum Nordkap

Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse starten mit 30-jährigem Oldtimer zur Winterreise

MÜNSTER -"Wir werden schon nicht einfrieren." Sehr optimistisch gehen Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse eine etwas außergewöhnliche Reise an: Mit einem 30 Jahre alten VW-Käfer fahren sie zur kältesten Jahreszeit von Münster bis zum Nordkap.

Prasse ist Mitglied im VW-Veteranenclub Münster e.V. Bei den monatlichen Stammtischen tauchte eines Tages Dietlind Wegmann auf. Sie ist ein absoluter Käfer-Fan, besitzt aber zu ihrem Bedauern kein eigenes Exemplar. Also stellte sie ihre Idee dem VW-Club vor. Die Schier sind festgegurtet, der Fahrt von Jürgen Prasse und Dietlind Wegmann zum Nordkap steht nichts mehr im Wege.

Skepsis überwunden

Die Mitglieder waren zuerst ein wenig skeptisch, doch Prasse ließ sich schnell von dem Enthusiasmus anstecken. "Ich weiß zwar immer noch nicht genau, warum sie diese Fahrt unbedingt machen will, aber es ist auf jeden Fall ein Abenteuer und eine Herausforderung", freut sich der Physiker. Was genau auf sie zukommen wird, weiß Wegmann auch nicht wirklich, aber ihre Liebe zu Käfern und zum Norden will sie einfach auf diese Art und Weise verbinden.

Gründliche Vorbereitung

Seit einem halben Jahr laufen die Vorbereitungen für die dreiwöchige Tour. Bevor es am 2. Februar losgehen kann, müssen sowohl das Auto als auch die Reisenden für alle Eventualitäten gewappnet sein. Während Prasse den leuchtend gelben Käfer extrem winterfest macht, kümmert sich Wegmann um die organisatorischen Dinge. Bis nach Finnland müssen die beiden selber kommen. In Rovaniemi treffen sie dann auf VW-Liebhaber aus der Schweiz, aus Österreich, aus den Niederlanden, und aus Finnland. Ein Kollege vom offiziellen finnischen Käfer-Club hat die Tour schon des Öfteren gemacht, weshalb er für alle Beteiligten die Strecke von Rovaniemi bis zum Nordkap detailliert geplant hat. Die Nächte werden gemeinsam in Blockhütten verbracht. "Das wird ganz bestimmt sehr feucht-fröhlich ablaufen", lacht Prasse. "Die Finnen sind ein trinkfestes Volk, hoffentlich können wir da überhaupt mithalten." Sicherheitshalber noch einmal den Keilriemen überprüfen, bevor es für die beiden münsterschen Reisegefährten auf große Fahrt nach Skandinavien geht.

Doch bis nach Finnland ist es noch ein weiter Weg. Die Rückbank ist bereits ausgebaut, damit mehr Stauraum für das Gepäck vorhanden ist. Thermo-Schlafsäcke sind ein Muss. "Für den Fall, dass wir doch mal liegen bleiben", erklärt Prasse. "Tja, und so toll ist die Heizung ja auch nicht, das wird bestimmt ziemlich kalt", stöhnt Wegmann ein wenig. Jedenfalls kann das gute Schätzchen nicht einfrieren - der Käfer wird ja ohne Kühlwasser betrieben. Ob das normale Öl jedoch ausreicht, wissen die beiden nicht so genau: "Wir könnten immer noch mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen, aber so dürfte es wohl klappen." Zur Sicherheit wird in den nächsten Tagen noch eine Sitzheizung eingebaut. Für den Notfall ist das Handy immer dabei, und auch eine Notration an Nahrungsmitteln sowie Ersatzbatterien werden mit an Bord sein. Und in Helsinki werden dann die richtigen Winterreifen mit Spikes aufgezogen. "Die gibt es nämlich in Deutschland nicht, bis dahin müssen wir es so schaffen" erklärt Wegmann. "Ohne Kontakte und die Hilfe des VW-Clubs wäre das alles gar nicht möglich gewesen."

Erholsame Rückfahrt

Auf der Rückfahrt gönnen sich die beiden dann auch noch ein wenig Erholung. Die Schier sind bereits auf dem Dach montiert, so dass jederzeit eine Langlaufpause eingelegt werden kann. In der Hoffnung, dass sie nicht bei minus 40 Grad in einen Schneesturm geraten, werden sie sich also am 2. Februar in das Abenteuer Skandinavien stürzen.

Mz vom 10.01.2004 Sonja Treß

Zur Polartour im VW-Käfer starteten gestern vom Domplatz aus Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse. Die beiden wollen in drei Wochen bis zum Nordkap und wieder zurück. Bei der Organisation half ihnen der VW-Veteranenclub Münster e.V. Auf ihrer Fahrt treffen sie im finnischen Rovaniemi auf weitere Käfer-Fans aus Österreich, der Schweiz, Finnland und Estland. Mz vom 03.02.2004 Witte

Mit einem Käfer zum Nordkap

Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse starteten gestern mit ihrem VW, Baujahr 1973

-teu- Münster. Viele Menschen fahren mit dem Postschiff hin. Wenige nehmen das Fahrrad für die Tour. Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse sind mit einem Käfer unterwegs. Einen VW Käfer Baujahr 1973, um genau zu sein. Die beiden Mitglieder des VW-Veteranenclubs Münster starteten gestern vom Domplatz. Ihr Reiseziel: Das Nordkap.

Als gelbe Käfer vom Band lief, war der Physiker Jürgen Prasse 20 Jahre jung. Auf sein erstes eigenes Auto war der damalige Student natürlich stolz. Bis heute hat die Liebe zu dem robusten Fahrzeug, das der Autonarr über Jahrzehnte gehegt und gepflegt hat, nicht nachgelassen. Kein Wunder also, dass er dem Wagen, dem er im Jahr 2000 eine Austausch-Maschine spendiert hat, die Tour zum Nordkap zutraut.

Auf die lange Reise gehen Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse mit ihrem gelben Käfer allein. Die guten Wünsche für die Fahrt kamen von einigen Clubkameraden, die es sich natürlich nicht hatten nehmen lassen, mit Oldtimern zum Domplatz zu fahren. Foto: -teu Hetzen wollen Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse auf ihrer Reise nicht. Warum sollten sie auch, schließlich treffen sie unterwegs nicht nur andere Käfer-Liebhaber, sondern auch die Mitglieder eines Enten-(2 CV)Clubs, mit denen, sich so manches anregende Schwätzchen halten lässt.

Gestern sollte die Fahrt die beiden Reisenden bis nach Rostock führen. Von dort geht es heute mit der Fähre weiter nach Helsinki; dann darf der Wagen sich auf dem Autoreisezug bis Oulu ausruhen. Dort treffen Wegmann und Prasse finnische Freunde, die die Tour organisiert haben. Rund 850 Kilometer muss der betagte Wagen dann erst einmal auf eigenen Reifen bis zum Nordkap zurücklegen.

Insgesamt, so Jürgen Prasse, ist die Strecke von Oulu bis zum Nordkap und zurück nach Oulu rund 1800 Kilometer lang. Von diesem Ort geht es schließlich per Reisezug und Fähre wieder zurück nach Rostock dann über deutsche Straßen nach Münster.

Verabschiedet wurden die beiden Reisenden gestern von den Mitgliedern des VW-Veteranenclubs - bei typisch münsterischem Meimelwetter.

WN vom 03.02.2004

Am Nordkap eingeschneit

Zwangspause für Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse aus Münster und ihren Käfer

MÜNSTER - Die beiden Münsteraner Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse starteten am 2. Februar mit ihrem 30 Jahre alten VW-Käfer zum Nordkap (MZ berichtete). Was ihnen während der Fahrt alles widerfuhr, schildern sie für die Leser der MZ in einem ersten Erlebnisbericht.

"Die Fahrt mit der Fähre hat Spaß gemacht. Bei der Ankunft in Hanko mussten wir allerdings eineinhalb Stunden warten, um die Fähre verlassen zu können. Um 19 Uhr waren wir an der Tankstelle wo unsere Spikereifen warteten. Die Reifen waren in nur zehn Minuten gewechselt. Dann ging es weiter nach Helsinki ins Hotel. 127 Kilometer waren bis dorthin zuruckgelegt worden." Die Temperaturen schwankten während der Fahrt erheblich:, Hanko plus zwei Grad, Oulu minus drei Grad, Ivalo minus 13 Grad und Tromsö minus ein Grad.

Am 5. Februar ging es dann mit dem Autoreisezug um 18.30 Uhr weiter. So hatten wir Zeit, uns von unserem finnischen Bekannten Ilkka Helsinki zeigen zu lassen. Beim Start in Münster waren Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse noch guter Dinge. Inzwischen ist ihnen klar, auf was sie sich eingelassen haben. MZ-Foto: Felgner

Polarkreis-Taufe

Nach der Ankunft in Rovaniemi am 6. Februar sind wir zuerst ins Santa Claus Village gefahren. Hier haben wir dann in einem Schamanenzelt unsere Polarkreis-Taufe erhalten. Danach sind wir weiter bis Saariselkä gefahren. Das fahren mit den Spikereifen geht gut. Die Straßen sind meistens vereist. Ohne Spikes hätten wir hier keine Chance.

Auf dem Weg nach Ivalo wurden wir mit Temperaturen von minus 23 Grad konfrontiert. Von dem Zeitpunkt an ging am Wagen alles sehr viel schwerer (Türen, Schlösser, Schaltung etc.) Sind ein Stück über den zugefrorenen Inari See gefahren. 28 Grad Minus herrlicher Sonnenschein und jede Menge Pulverschnee auf dem See. Ein sehr schöner Tag. Im Käfer wird es nur null Grad "warm", abschließen lässt er sich auch nicht mehr, die Schlösser sitzen fest. Schlimmer war jedoch, dass unser Käfer und ein mitfahrender Bulli große mengen Öl verloren haben. Den Ölverlust konnten wir alleine nicht beheben. Bei Minus 30 Grad machte die Schrauberei auch keinen Spaß mehr. Auf dem See haben wir ein kleines Autorennen gefahren. Mehr als zweiter Gang und 40 km/h waren aber nicht drin, sonst flog man aus der Kurve in den Tiefschnee.

Am 8. Februar sind wir mit dem Käfer in die Werkstatt gefahren: Eine Ölleitung war zugefroren, danach war der Ölverlust gestoppt.

9. Februar: Wir sind nur noch zehn Kilometer vom Nordkap entfernt. Als wir über den Gebirgskamm gefahren sind, ist es schlagartig zehn Grad wärmer geworden. Dadurch hat sich die Luftfeuchtigkeit genauso schnell als Eis auf den Autos niedergeschlagen. Wir mussten erstmal stehen bleiben und Eis kratzen.

Schneefräse gemietet

10. Februar: Wir haben das Nordkap erreicht. Es schneit Tag und Nacht. Die Schneefräsen befinden sich im Dauereinsatz um die Straßen frei zu halten. Für die letzten drei Kilometer zum Nordkap haben wir uns eine Schneefräse gemietet, die uns den Weg frei gefräst hat. Ein teurer Spaß. Der Schnee liegt meterhoch, keine Chance zur Weltkugel vorzudringen, wir halten uns in der Station auf. Eine halbe Stunde und der Käfer ist im Schnee verschwunden. Mit Hilfe unserer Fräse schaffen wir es ganz gut zurück nach Skarsvag. Wir sind gespannt, wie es weitergeht!

11. Februar: Seit zwei Tagen Schneesturm, wir sind trotzdem heute morgen gestartet, sitzen aber jetzt fest, eine Lawine hat 1 km vor uns die Straße verschüttet: Road closed! - Die Straße blieb gesperrt und wir mussten umkehren. 60 km pro Weg, insgesamt sieben Stunden im Käfer bei Extremschneesturm, wir haben ganz schön Nerven gelassen, sitzen.jetzt in Honnigsvag fest.

Weil niemand die Straße Richtung Süden passieren konnte, sind alle Betten im Ort belegt, sind jetzt in der Baptistenkirche Nordkap untergekommen und haben eine Spende von unserem Käferclub zusagen müssen! Die ganze Gruppe sitzt in der Kirche und singt. Jeder Teilnehmer muss ein Lied aus. seiner Heimat singen. Die Stimmung ist gut.

MZ vom 13.02.2004


Zwangspause In Norwegen

Alles andere als reibungslos verläuft die Tour des VW-Veteranenclubs Richtung Nordkap. Am 2. Februar waren die Mitglieder auf dem Domplatz gestartet (WN, 3.2.), doch Mitte dieser Woche wurden sie jäh von einem Schneesturm gestoppt. In der Nähe der norwegischen Stadt Honnigsvag rutschte eine Lawine auf die Straße und sorgte dafür, dass die Münsteraner eine Zwangspause einlegen mussten. Da in dem Ort sämtliche Betten belegt waren, mussten sich die Veteranen in der hiesigen Baptistenkirche einrichten. Immerhin: Zusammen mit anderen Schnee-Opfern sangen die Autofahrer Lieder aus der Heimat.

WN vom 14.02.2004

Käfer rollt wieder: Polarkreis überschritten

Münster Am 11. Februar waren Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse am Norkap eingeschneit. Ein Lawine hatte, die Straße verschüttet, die die beiden Münsteraner mit ihrem Käfer passieren wollten (MZ berichtete).
Mittlerweile hat sich die Lage etwas entspannt und es konnte weiter gehen. Am Wochenende schickten sie der Redaktion diesen Kurzbericht.
"Wir waren heute wieder richtig gut, sind Wieder im. Süden, sprich: haben den Polarkreis gerade überschritten!
Unser Bester (der Käfer) macht alles mit, aber vieles müssen wir täglich kontrollieren und Hand anlegen.
Ein Reifen braucht ewig Luft und ein Außenspiegel hat sich gelockert ... na ja nach mittlerweile ca. 1500 Kilometern Eispiste!! Aber dank des guten Werkzeugkastens und wieder moderater Temperaturen (-8) kein Problem, aber noch immer fällt Schnee über Schnee."

MZ vom 16.02.2004

Zwischenstopp im legendären Eishotel

Nordkap-Fahrer kehren mit ihrem Käfer am Samstag zurück

-teu- Münster. Mit ihrem alten Käfer - einem VW Baujahr 1973 - sind Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse seit dem 2. Februar auf Tour. Ihr Ziel war das Nordkap. Trotz einiger Probleme gelangten sie ans Ziel. Gestern gaben die beiden Münsteraner einen Zwischenbericht.

Das Schneetreiben täuscht: Die münsterischen Nordkap-Fahrer kamen gut voran. "Wir waren richtig gut: Sind wieder im Süden richtig: haben den Polarkreis überschritten. Unser Käfer macht alles mit, aber vieles müssen wir täglich kontrollieren und Hand anlegen: Ein Reifen braucht ewig Luft, und ein Außenspiegel hat sich gelockert", notiert Jürgen Prasse am 14. Februar in sein Tagebuch. Nach rund 1500 Kilometer Eispiste wundert es ihn nicht, aber: "Dank unseres guten Werkzeugkastens und moderater Temperaturen um minus acht Grad kein Problem", behauptet der Reisende.

Schon einen Tag später vermut er seinem Tagebuch ein frohes Ereignis an: "Wir sind so gut im Zeitplan, dass wir uns einen Tag Pause leisten können. Bezogen eine Traumhütte mit Kamin und Sauna und wandern bei minus drei Grad und Sonne durch wunderbaren Winterwald."

Bei der Wahl ihrer Unterkünfte setzten die Käfer-Touristen auf Abwechslung. Der Hütte mit Kamin folgte das bekannte Eishotel in Kemi (http://www.snowcastle.net). "Grandios und einzigartig" sei es gewesen, im Schlafzimmer mit "molligen fünf Grad minus zu nächtigen." In diesem Hotel ist alles aus Eis: Tische, Stühle, Bänke und natürlich auch die Betten. "Auf dem Eis lagen Rentierfelle und dann unsere Schlafsäcke. Beim Abendessen mussten wir uns beeilen, damit das Essen nicht kalt wird: die Teller standen je auf Tischen aus Eis", berichtet Jürgen Prasse.

Am Samstag (21. Februar) erwarten die Freunde vom VW-Veteranenclub Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse zurück. Ab 15 Uhr findet in der Gaststätte Homann an der Wolbecker Straße eine Begrüßungsfeier für die Nordkap-Fahrer statt. Die Veranstalter rechnen mit dem Eintreffen der beiden gegen 16 Uhr

WN vom 19.02.2004


Er lief und lief... zum Nordkap

Käferfreunde vom VW-Veteranenclub empfingen die Heimkehrer

Münster - Nur wenige Meter noch, dann wären es 4000 Kilometer gewesen, und das in eisiger Kälte bei Minustemperaturen von bis zu 30 Grad. Damit nicht genug, kein moderner Geländewagen war es, der Dietlind Wegmann und Jürgen Prasse als Vehikel für ihre Abenteuerreise zum Nordkap diente, sondern ein 30 Jahre alter VW-Käfer.

Dietlind Wegmann (l.) und Jürgen Prasse (auf dem 30 Jahre alten VW-Käfer) wurden nach der Abenteuerreise zum Nordkap von den Käferfreunden des VW-Veteranenclubs empfangen. MZ-Foto: Willner Allseits bekannt ist, dass dieser Fahrzeugtyp sich vor allem durch eine herausragende Eigenschaft auszeichnet: Er läuft und läuft... Vielleicht sollte man hinzufügen: Es gibt nichts, was er nicht kann.

Eindrucksvoll unter Beweis stellen konnten dies die beiden Abenteurer mit ihrer diesjährigen Tour bis an den, nördlichsten Rand Europas.

Zusammen mit finnischen Käfer Freunden - insgesamt waren es neun Volkswagen führten die beiden Münsteraner vom 2. bis zum 21. Februar nicht nur ihre Fahrzeuge bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Während die Kälte Jürgen Prasses Gesicht sowie auch seine Hände deutlich gezeichnet hat, blieb der motorisierte Freund weitgehend unbeschadet. "Einige Dichtungen mussten ausgewechselt werden aber das war eigentlich alles", resümiert Prasse.

Beeindruckt

Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Käferfreunde vom VW-Veteranenclub Münster e.V., als sie ihre beiden Botschafter in Sachen Volkswagen Käfer am Samstag vor der Gaststätte Hohmann an der Wolbecker Straße wieder in die Arme schließen durften.

So einfach sich die zurückgelegte Strecke auf der Karte mit dem Finger auch nachzeichnen lässt, es sei nicht immer ein Spaß, sich auf den Straßen Finnlands und Norwegens zu bewegen. "In Schneestürmen", erklärt Dietlind Wegmann "hofft man einfach, dass man sich noch auf der Straße befindet."

Für die Beschwerlichkeiten während der Fahrt wurden die zwei Münsteraner während ihrer Zwischenstopps jedoch reichhaltig entschädigt. "Hatten Traumhütte mit Kamin und Sauna. Waren wandern in wunderbarem Winterwald", übermittelten sie den daheim Gebliebenen per Kurznachricht etwa am 15. Februar.

Pläne für ein weiteres großes Abenteuer gibt es derzeit noch nicht. Der Käfer wird sich dennoch nicht über einen Sommer in der Garage freuen können. Schon in wenigen, Monaten wird er wieder im Mittelpunkt des Interesses stehen. Im Sommer soll es nach Mecklenburg gehen.

MZ vom 23.02.2004 RHE

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